Die Sommertour in diesem Jahr führte mich gestern gemeinsam mit Stephanie Schury (Stadtverordnete Kassel), Hansjörg Hirschfelder (Ortsbeirat Hohe Luft) und Hartmut Thuleweit (Stadtverordneter Bad Hersfeld) zunächst in die Soziale Förderstätte für Behinderte e.V. in Bad Hersfeld. Mit Herrn Grenzebach und Herrn Schulz hatten wir dort zwei kompetente Ansprechpartner, die sich viel Zeit für uns genommen haben. 


Rund 160 Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung finden dort Beschäftigung und Betreuung. In überschaubaren Gruppen werden Kartons gefaltet, Holzarbeiten hergestellt, es wird gebohrt, gedreht, vertratet, moniert und verpackt. 
Auf einem hart umkämpften Markt müssen immer wieder Aufträge akquiriert werden, denn die Dinge, die in der Werkstatt entstehen, sind Produkte, die in der Industrie gebraucht werden. Hier findet also weit mehr als nur Alltagsstrukturierung für Menschen mit Behinderung statt.
Gemeinsames Essen, Sportveranstaltungen und Freizeiten sind feste Bestandteile des Lebensraums Werkstatt.

Am meisten hat mich diesmal wieder die Tagesstätte beeindruckt. Hier werden schwerst mehrfachbehinderte Menschen betreut. Mit modernster Ausstattung und liebevoll gestalteten Wohn- und Außenbereichen hat sich hier ein Lebensraum entwickelt, der seinesgleichen sucht. Ob das Bundesteilhabegesetz und die hessischen Ausführen dazu das Leben der Menschen konkret verbessert wage ich zu bezweifeln.

Anschließend haben wir den FREIraum Bad Hersfeld besucht. Hier wurden wir von einem Team der Ehrenamtlichen mit Antonia Rösner (Vorstandsmitglied im Projekt FREIraum) empfangen, die uns die Räume in der Badestube zeigten. Getragen durch einen Verein, vollständig ehrenamtlich und mit geringen Mitteln der Stadt gefördert werden hier gespendete Dinge an Menschen weitergeben, die dafür Verwendung haben. Gegen eine kleine Spende gibt es gebrauchtes Geschirr sowie gebrauchte Kleidung, aber es gibt auch das gemeinsame Gespräch bei einer Tasse Kaffee oder Tee. Seit fast zwei Jahren arbeitet die Gruppe. Man kann auch eigene Dinge in der Werkstatt reparieren oder in der Nähstube ändern oder im Sitzungsraum beraten. 

Solche Freiräume braucht unsere Gesellschaft.

Bei einer Mitgliederversammlung im Garten hinter dem Büro haben wir anschließen die Grillzange aus der Förderstätte eingeweiht, über unsere Eindrücke berichtet und den Wahlkampf vorbereitet. 

Für mich war das ein rund herum gelungener Tag voll guter Gespräche und neuer Eindrücke. Vielen Dank an alle die dazu beigetragen haben