Pressemitteilung, 25.04.2018

Bienenfreundliches Hessen: Land muss auf eigenen Flächen auf den Einsatz von Glyphosat verzichten

 

Zum Antrag der Regierungsfraktionen für ein bienenfreundliches Hessen erklärt Marjana Schott, umwelt- und verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

 „Jährlich werden 1,2 Millionen Euro aus Steuermitteln in Blühflächen investiert, um Schäden auszugeichen, die vor allem durch eine ebenfalls aus Steuermitteln subventionierten Intensivlandwirtschaft entstanden sind. Blühflächen sind schön anzusehen, können aber die Schäden durch Glyphosat und Neonikotinoiden sowie den Verlust an Ackerflächen nicht ausgleichen. Mit ihrem Selbstbeweihräucherungsantrag zum bienenfreundlichen Hessen werfen die Regierungsfraktionen Nebelkerzen, um von ihrem Versagen beim Schutz der Biodiversität abzulenken.“

 Der Schutz der biologischen Vielfalt könne nur gelingen, wenn auch die konventionelle Landwirtschaft in der Fläche - und das bedeute deutlich mehr als nur 12 bis 13 Prozent Ökolandbau wie in Hessen – umweltverträglicher werde. Anstelle des Greenwashings der CDU auf Biene-Maja-Niveau, müsse die Agrarwende eine der roten Haltelinien für die nächsten Koalitionsverhandlungen in Hessen werden, so Schott weiter. 

„Der beste Schutz der biologischen Vielfalt, und auch von Gewässern und Klima, ist eine flächendeckende Umstellung der konventionellen Landwirtschaft auf ökologische Anbauverfahren. Es ist völlig unverständlich, warum das nicht schon längst auf allen 42 Domänen des Landes Hessen mit insgesamt 6.334 Hektar Anbaufläche geschehen ist. Auch in den hessischen Staatsweingütern, in deren Aufsichtsrat Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) sitzt, wird weiterhin Glyphosat eingesetzt. Das ist alles andere als bienenfreundlich und muss sofort aufhören.“