K+S: 3D-Modell ist offensichtlich untauglich
Versenkung kann beendet werden

Pressemitteilung, 10. November 2016

Zur angeblichen Fertigstellung des 3D-Modells für die Versenkung von Salzabwässern des Kaliproduzenten K+S sowie zur Genehmigung der Flutung einer niedersächsischen Salzkaverne durch das hessische Umweltministerium erklärt Marjana Schott, umwelt- und verbraucherpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) hat heute mitgeteilt, dass seit letzter Woche ein prognosefähiges 3D-Modell zur Verfügung stünde. Noch im November solle es eine Prognose geben, ob die von K+S beantragte Versenkung fortgesetzt werden könne. Prognosen dieses Modells über den Verbleib zu versenkender Salzabwässer sind nicht vertrauenswürdig. Sie dürfen nicht die Grundlage für die Verlängerung der Versenkgenehmigung sein.“

Um die Prognosefähigkeit des Modells zu erreichen, seien z.B. Trinkwasserbrunnen, bei denen frühere Simulationen Salzkonzentrationen über dem zulässigen Grenzwert ergeben hätten, aus dem Modell genommen worden. Anders als Hessens Umweltministerin behauptete, habe das hessische Landesamt für Naturschutz Umwelt und Geologie (HLNUG) die Kriterien des Behördengutachters, ab wann das Modell prognosefähig sei, als nicht ausreichend bewertet, so Schott. Doch die Kritik des HLNUG und der Thüringer Behörden an dem 3D-Modell seien größtenteils ignoriert worden.

Schott: „Die Nutzung der niedersächsischen Salzkaverne ist ein wichtiger Zwischenschritt, um die Kaliproduktion und die damit verbundenen Arbeitsplätze zu erhalten. Eine zweite Kaverne ähnlicher Größenordnung könnte ausreichend Abwässer aufnehmen, um die das Trinkwasser gefährdende Versenkung von Salzabwässern zu beenden. Entsprechende Untersuchungen an Kavernen in Hessen, Niedersachsen und Thüringen müssen jetzt mit Nachdruck voran getrieben werden. Vorausgesetzt, K+S verringert die Menge der Salzabwässer durch den Einsatz moderner Verfahren bis 2021 deutlich.“