Pressemitteilung, 20. September 2017

Weltkindertag: Sonntagsreden beenden, Kinderrechte realisieren

Zum Weltkindertag erklärt Marjana Schott, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Anlässlich des Weltkindertages so kurz vor der Wahl fällt der CDU plötzlich ein, dass sie für die Stärkung von Kinder- und Jugendrechten stehen will. Aber an 364 Tagen im Jahr kommt Schwarzgrün seiner Verpflichtung, Kinder- und Jugendrechte zu realisieren nicht nach: Kinder besser schützen – vor Armut und Gewalt, bessere Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen und Erzieher schaffen, mehr finanzielle Mittel für Kitas und Schulen und für Integration und Inklusion stellen.

Im Mai dieses Jahres legte DIE LINKE einen Antrag für einen Aktionsplan zum Thema Kinder- und Jugendrechte im Plenum vor. Schwarzgrün stimmte dagegen.“

Jedes dritte Kind sei in Deutschland von Armut betroffen, so Schott. Fast ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen in Hessen sei arm, Kinder und Jugendliche litten auch in Hessen unter Gewalt. Für die Umsetzung des Rechts auf umfassende Bildung brauche es mehr Ressourcen, um die Schulen gut auszustatten – ebenso für Inklusion und mehr Ganztags- und Gesamtschulen. Kinder und Jugendliche sollten mitreden und mitbestimmen können. Es gebe viele Konzepte und Ideen bei Verbänden und Organisationen im Land. Jetzt gehe es um die Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten.

„Die Arbeitsbedingungen der Erzieherinnen und Erzieher in Hessen sind mangelhaft. Es herrscht ein akuter Personalmangel – auf eine Fachkraft kommen zu viele Kinder. Das zieht nach sich, dass die individuelle Förderung der Kinder auf der Strecke bleibt und Erzieherinnen und Erzieher überfordert sind. Laut Bertelsmann-Stiftung kommen im Jahr 2017 auf eine Erzieherin oder einen Erzieher in Hessen zwischen 7,6 bis 11,9 Kinder. Das Gefälle der Anzahl zu betreuender Kinder ist sowohl in den Ländern als auch in deren Kreisen vollkommen unterschiedlich. Ein einheitlicher Personalschlüssel muss her. Um das zu erreichen, braucht es mehr Personal, eine bessere Bezahlung der Fachkräfte sowie stetige Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, um den Beruf der Erzieherin und des Erziehers attraktiv zu gestalten.

Wir begrüßen es, dass  Frau Dr. Katharina Gerarts Beauftragte der Hessischen Landesregierung für Kinder- und Jugendrechte geworden ist.  Bedauerlicherweise soll sie ehrenamtlich, neben ihrer beruflichen Tätigkeit zentrale Ansprechpartnerin für in Hessen lebende Kinder und Jugendliche rund um das Thema Kinderrechte sein und die Rechte von Kindern und Jugendlichen im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention landesweit bekannt machen. Wer es damit ernst meint, schafft auch die notwendige Infrastruktur. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Landesregierung Kinder- und Jugendrechte im Wahlkampf plötzlich als ihr Thema nutzen will.“