Pressemitteilung, 29. August 2017

Hebammen-Notstand: Hessische Landesregierung muss endlich handeln

Der Wiesbadener Kurier berichtet heute, dass nach einer stichprobenartigen Umfrage des Kinderschutzbundes jede zweite Frau in Frankfurt und Wiesbaden nach der Geburt ohne Betreuung durch eine Hebamme dasteht. Dazu erklärt Marjana Schott, gesundheits- und frauenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Das Ergebnis der Umfrage des Kinderschutzbundes ist ein Armutszeugnis für die hier verantwortlichen Politiker. Es ist erfreulich, dass wieder mehr Kinder geboren werden. Dass dann aber gleich der ‚Notstand‘ ausbricht - das darf nicht sein. Wenn die Hälfte der Schwangeren keine Hebamme mehr findet, ist das ein Skandal. Die Politik muss alles dafür tun, dass Kinder gut und gesund auf die Welt kommen können. Die Misere ist überall bekannt, aber die schwarzgrüne Landesregierung steckt den Kopf in den Sand.

Der Hebammenberuf wurde systematisch ausgeblutet. Viel zu geringe Vergütungen und viel zu hohe Haftpflichtprämien machen es den engagierten Kolleginnen oft nicht mehr möglich, ihren Beruf auszuüben, obwohl sie ihn mit Freude gewählt haben.“

DIE LINKE habe den hessischen Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) in der Vergangenheit immer und immer wieder aufgefordert, hier endlich aktiv zu werden und gemeinsam mit der Geburtshilfe zu Lösungen zu kommen, so Schott.

„Wir brauchen eine ausreichende Finanzierung der Geburtshilfe und eine bessere Personalbemessung. Jede werdende Mutter braucht eine Eins-zu-eins-Betreuung während der Geburt – sie braucht ihre Hebamme vor und nach der Geburt zur Beratung und Unterstützung.“