Pressemitteilung, 14. August 2017

Zu wenige Kräfte in Altenpflege – hessische Landesregierung muss aktiv werden

Zu der Antwort der Landesregierung auf die kleine Anfrage der LINKEN zur Altenpflege in Hessen, erklärt Marjana Schott, sozial- und gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Eine steigende Anzahl von Pflegebedürftigen steht viel zu wenigen Pflegekräften in der Altenhilfe gegenüber. In nur zwei Jahren ist die Zahl der nicht besetzten Stellen um 30 Prozent gestiegen. Um den Bedarf bis 2030 zu decken, werden 80 Prozent mehr Altenpflegekräfte und 96 Prozent mehr Krankenpflegekräfte benötigt. Hier gibt es Handlungsbedarf für die Landesregierung. Wenn der Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) in der Antwort auf unsere Anfrage die Verantwortung für die Fachkräftesicherung auf die Arbeitgeber schiebt, vergisst er, dass es sich bei der Pflege nicht um die Produktion von Autos oder Bleistiften handelt.“

Keineswegs sei das Land mit der Finanzierung der Altenpflegeschulen seiner Verantwortung nachgekommen. Diese seien nur unzureichend mit Lehrpersonal ausgestattet und schlechter als die Krankenpflegeschulen gestellt, so Schott.

„Nur eine halbe Vollzeitkraft pro Lehrgang ist nicht ausreichend. Erfreulich ist es, dass endlich Überlegungen für eine hessische Ausbildung der Pflegelehrkräfte angestellt werden, auch wenn dies schon lange von der Landesregierung auf den Weg gebracht worden sein sollte.
Es bleibt das Geheimnis der Landesregierung, wie sie die demnächst geltende einheitliche Bemessung des Personalbedarfs in Pflegeeinrichtungen erreichen will. Hierzu werden weitere Pflegekräfte benötigt – auch, um endlich die Arbeitsbedingungen zu verbessern und den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zu ermöglichen, eine menschenwürdige und angemessene Pflege zu erbringen.“

Hinweis:
Antwort auf die Kleine Anfrage der LINKEN ‚Altenpflege in Hessen‘
Anlagen 1
Anlagen 2