Pressemitteilung, 17.08.2018

Solidarität mit den angeklagten Frauenärztinnen in Kassel

Anlässlich des Berichts der hessenschau zur Verhandlung gegen die beiden Kasseler Frauenärztinnen Nora Szász und Natascha Nicklaus am 29. August 2018 erklärt Marjana Schott, frauen- und gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:


„Am 29. August 2018 findet im Amtsgericht Kassel die Verhandlung gegen die beiden Ärztinnen statt. Sie wurden von sogenannten ‚Lebensschützern‘ angezeigt, weil sie angeblich für Schwangerschaftsabbrüche geworben hätten. Dies ist gemäß dem Paragrafen 219a StGB, einem Paragrafen, der noch unter der Herrschaft der Nationalsozialisten erlassen wurde, verboten. In dem Prozess geht es um den Vorwurf, dass eine bloße Information über Schwangerschaftsabbrüche schon als Werbung gilt.

Wir sehen in der Kriminalisierung der Frauenärztinnen auch einen Angriff auf das Selbstbestimmungsrecht von Frauen, denen der Zugang zu solchen Informationen nicht vorenthalten werden darf. Sachliche Information kann keine Straftat sein!“

DIE LINKE fordert den Freispruch der angeklagten Ärztinnen, den freien Zugang zu Informationen über Schwangerschaftsabbrüche und die Abschaffung des Paragrafen 219a StGB.

Hinweis: 
Unsere Kleine Anfrage zu Schwangerschaftsabbrüchen in Hessen anbei.

Marjana Schott wird an den Aktionen in Kassel teilnehmen.

  • Solidarität mit den angeklagten Frauenärztinnen | Nachttanzdemo vom Vorderen Westen in die Nordstadt | 25. August 2018 |19 Uhr | Beginn: Goethestr. 47 Ende: Arnold-Bode-Straße
  • Kundgebung zur Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht Kassel | Frankfurter Str. 9 | 29. August 2018 | 8.15 Uhr | Kundgebung wird nach der Verhandlung (Beginn 9 Uhr) fortgesetzt
Anhänge:
Diese Datei herunterladen (06572.pdf)06572.pdf [ ] 248 KB