Pressemitteilung, 10.04.2018

Psychischen Stress in Familien mit niedrigen Einkommen vermindern  -  DIE LINKE fordert einen Landesaktionsplan zur Bekämpfung von Kinderarmut

 

Zum Interview mit Prof. Dr. Dieter F. Braus im heutigen Wiesbadener Kurier erklärt Marjana Schott, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag: 

 „Die Erkenntnisse der Gehirnforschung decken sich mit unseren Erfahrungen: Armut kann zu psychischer Belastung führen, wenn sie mit sozialer Stresserfahrung verbunden ist. Der Forderung von Prof. Dr. Braus, Menschen mit geringen Einkommen mehr Entscheidungsfreiheit für ihr Leben zu lassen, können wir uns voll und ganz anschließen. Für Menschen, die auf Grundsicherungsleistungen angewiesen sind, fordern wir, dass Hartz IV durch eine bedarfsgerechte und sanktionsfreie Mindestsicherung ersetzt wird, so dass das Existenzminimum auf jeden Fall gewährleistet ist.“ 

Stress löse in Familien die Situation aus, für notwendige Ausgaben, wie Schulmaterialien oder die Fahrkarte zur Schule, und für Anschaffungen, wie eine funktionsfähige Waschmaschine, zu wenig Geld zu haben, so Schott. Auch die Angst vor Verlust der Wohnung, weil die erhöhte Miete nicht mehr übernommen werde oder die Angst vor Sanktionen führten zu familiären Problemen, die sich auf Kinder auswirkten. Deshalb müssten Sanktionen abgeschafft werden, um die Menschenwürde wieder herzustellen. 

Schott: „Auch die Landesregierung selbst ist bei der Armutsbekämpfung gefordert. DIE LINKE fordert einen Landesaktionsplan zur Bekämpfung von Kinderarmut. Dies heißt, Familien zu unterstützen mit kostenfreier und gut ausgestatteter Kinderbetreuung, mit Ganztagsschulen und kostenlosem Mittagessen sowie kostenloser Schülerbeförderung, mit Hilfen für Eltern vor Ort. Armutsbekämpfung heißt auch für Arbeitsverhältnisse einzutreten, die gute Arbeitsbedingungen mit einem Einkommen verbinden, von dem die Familie leben kann. Hier muss die Landesregierung in ihrem Einflussfeld aktiv werden.“