Überhöhter Spritverbrauch bei PKWs gefährdet hessische Klimaschutzziele – wir brauchen die Verkehrswende

Pressemitteilung, 17. November 2016

Zur heute von der unabhängigen Forschungsorganisation International Council on Clean Transportation (ICCT) veröffentlichten Studie zum Spritverbrauch europäischer PKW erklärt Marjana Schott, umwelt- und verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Mit dem Mehrverbrauch für Neuwagen von im Schnitt 42 Prozent gegenüber den Angaben der Autohersteller können die Klimaschutzziele in Hessen und in Deutschland nicht erreicht werden. Um 30 Prozent bis 2020 soll der CO 2 –Ausstoß in Hessen gegenüber 1990 sinken. Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) muss nun erklären, wie sie umsteuern will, um diesem Ziel wenigstens näher zu kommen.“

In den Szenarien zur Emissionsminderung im Verkehrsbereich sei mit sinkendem und nicht mit steigendem Durchschnittsverbrauch gerechnet worden, so Schott. Nicht erst seit dem VW-Skandal sei die Annahme eines sinkenden Flottenverbrauchs völlig unrealistisch. Die Verbraucherinnen und Verbraucher hätten diesen Unterschied schon lange im Geldbeutel gespürt.

Schott: „Weder in den bis jetzt bekannten Teilen des Integrierten Klimaschutzplans 2025, noch in den aktuellen Haushaltsplänen ist zu erkennen, dass Hessens schwarzgrüne Landesregierung die Klimaschutzziele überhaupt erreichen will. Dazu bräuchte es beispielsweise viel größere Investitionen in den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und den Willen, entschieden zu handeln - hier notwendige Maßnahmen: Autos mit Verbrennungsmotoren schnellstmöglich raus aus den Städten, mehr Platz zum Leben und natürlich einen ÖPNV, den sich alle leisten können. Die Klimaschutzkonferenzen in Paris und Marrakesch zeigen, dass die Zeit für Pilotprojekte vorbei ist. Nicht nur für den Klimaschutz müssen die Weichen für eine Verkehrswende in Hessen jetzt gestellt werden.“