Pressemitteilung, Dr. Kirsten Tackmann (MdB), 19.12.2018

Aschenbrödel will kein Gift bei Haselnüssen – nirgendwo

 

„Wenn in der EU nicht mehr zugelassene Pflanzenschutzmittel bei der Produktion von importierten Haselnüssen verwendet werden, ist es zu wenig, wenn die Bundesregierung lapidar darauf verweist, es wären keine Grenzwertüberschreitungen festgestellt worden.“, kommentiert Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der LINKEN im Bundestag die Antwort der Bundesregierung auf die schriftliche Frage Nr. 12/111.

 Dr. Kirsten Tackmann weiter:

„Gesundheitliche Gefahren für die Erzeugerinnen sind ein zu hoher Preis für möglichst billige Importe. Dafür müssen auch die deutschen Importeure Verantwortung übernehmen. Dazu gehört, dass faire Erzeugerpreise nachhaltige Produktionsbedingungen sichern müssen, damit nirgendwo in der Welt auf Kosten von Mensch und Natur produziert wird. Das schließt den vertraglich gemeinsam vereinbarten und kontrollierten Verzicht auf Pflanzenschutzmittel ein, die hier in Europa aufgrund gesundheitlicher oder ökologischer Gefahren verboten wurden. Der Verweis auf technische Nachweisgrenzen reicht hier nicht, sondern nur eine faire Zusammenarbeit mit den einheimischen Erzeugerbetrieben.“

 

Hintergrund:

Chile ist mittlerweile eines der größten Haselnuss-Anbaugebiete der Welt. Hauptabnehmer ist dabei der Nutella Produzent Ferrero. Dafür werden Pestizide eingesetzt, die in der EU längst verboten sind. Das zeigt eine Reportage der ARD vom 22. November 2018. Rein rechtlich dürfen die giftigen Unkrautvernichter wie Paraquat und Glyphosat in Chile eingesetzt werden. Bei dem Import in die EU müssen die Unternehmen nur darauf achten nicht über den Rückstandshöchstgehalt zu liegen. Über die Folgen für die Menschen vor Ort wird dabei hinweggesehen. Dabei gibt es bereits Studien die den Zusammenhang von Lernschwächen bei Kindern und dem Kontakt mit Pestiziden bestätigen.

Hier lesen Sie die Antwort der Bundesregierung.