Pressemitteilung, 28.08.2018

Land muss bessere Personalschlüssel für Kitas finanzieren

„Die Bertelsmann-Stiftung hat unsere Kritik an der Hessischen Landesregierung bezüglich der personellen Ausstattung in den Kindertagesstätten voll bestätigt. Der durchschnittliche Personalschlüssel für die Über-Dreijährigen ist in Hessen schlechter als in allen westdeutschen Bundesländern. In Hessen kommen auf eine Erzieherin 9,7 Kinder, im benachbarten Rheinland-Pfalz, das zudem die Elternbeiträge für alle Kinder ab zwei Jahren vollständig abgeschafft hat, sind es 8,6 Kinder. Aber auch innerhalb des Landes sind die Unterschiede groß: in Fulda werden vier Kinder mehr von einer Erzieherin als in Darmstadt betreut.“

DIE LINKE habe bereits 2016 einen Gesetzentwurf eingebracht und immer gefordert, dass eine Beitragsfreistellung mit einer finanziellen Entlastung der Kommunen einhergehen müsse, die somit mehr Geld für Personal einsetzen könnten, so Schott. Das Land müsse dazu einen besseren Personalschlüssel vorgeben (für Unter-Dreijährige eine Fachkraft auf drei Kinder, bei Über-Dreijährigen eine Fachkraft auf acht Kinder).  Personal müsse für die Leitungsarbeit freigestellt werden, für die Arbeit mit Eltern müsse genügend Zeit vorhanden sein, Urlaubs-, Fortbildungs- und Krankheitszeiten müssten vollständig personell ausgeglichen werden. Ohne eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen werde der Fachkräftemangel nicht zu beheben sein.

Schott: „Die Landesregierung muss ihre Blockadehaltung gegenüber der Förderung durch den Bund aufgeben. Die Bertelsmann-Stiftung hat berechnet, dass 446 Millionen Euro pro Jahr mehr für eine angemessene Personalausstattung ausgegeben werden müssen. Davon könnten 148 Millionen Euro vom Bund kommen. Nach Ansicht der LINKEN soll das Bundesgesetz allerdings Qualitätsstandards bundesweit vorgeben.“