Pressemitteilung, 20.04.2018

Klinik in Bad Schwalbach schließt  Gesundheitsversorgung wird an die Wand gefahren

 

Zur Nachricht, dass die Klinik in Bad Schwalbach schließt und 628 Kliniken keinen Zuschlag mehr für die Notfallversorgung erhalten sollen – siehe FAZ-Artikel ‚Keine Hoffnung mehr für Bad Schwalbacher Klinik‘ – erklärt Marjana Schott, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

 „Für die Menschen im Rheingau-Taunus-Kreis ist es eine betrübliche Nachricht. Jetzt hat auch der Landrat den Kampf für den Erhalt der Klinik aufgegeben. Eine Klinik, die notwendig ist, wie auch das aktuelle Gutachten zeigt,. Dass es „nur“ 4700 und keine 5000 Einwohner sind, die länger als eine halbe Stunde ins Krankenhaus fahren müssen, ist ja kein großer Unterschied. Dazu kommt, dass es beispielsweise bei winterlichen Verhältnissen zu längeren Fahrtzeiten kommt. Wir wünschen uns ein stärkeres Engagement wie es beispielsweise der Kreis Groß-Gerau zeigte, der seine Klinik in kommunaler Trägerschaft erhalten hat.“

 Gleichzeitig habe der Bundesausschuss beschlossen, dass deutschlandweit 628 Kliniken keinen Zuschlag für die Notfallversorgung erhalten sollten, so Schott. Allerdings sei es erst einen Monat her, dass Patienten aufgrund der Grippewelle durch ganz Hessen gefahren werden mussten, um eine Intensivstation zu finden, die sie behandeln konnte. Operationen seien verschoben worden. Das Personal arbeite immer noch am Anschlag. Wenn jetzt ein Drittel der Notfallaufnahmestationen wegfallen solle, werde die Situation noch brisanter.

 Schott: „Wir kritisieren die Landesregierung, dass sie aus dem Strukturfonds 9,5 Millionen Euro an das private Unternehmen Helios gegeben hat, um die Klinikschließung in Bad Schwalbach profitabel zu machen. Wir sind für die Absicherung der Mitarbeiter, aber nicht für die Absicherung der privaten Profite.

Wir brauchen dringend eine prinzipielle Neuorientierung im Gesundheitswesen. Nicht die Profite der Unternehmen, nicht einmal die Überschüsse der kommunalen Krankenhäuser sind das Ziel. Das Ziel darf immer nur die Versorgung der Bevölkerung mit den notwendigen, medizinisch sinnvollen und ethisch vertretbaren, der Heilung oder der gesundheitlichen Besserung der Patientinnen und Patienten dienliche Behandlung sein. Gesundheit ist keine Ware.“


 

Pressemitteilung Dr. Ukrich Wilken (MdL), 12.04.2018

Kommende Landtagswahl: Wahlrecht für alle

  

Anlässlich der heutigen Anhörung zum Gesetzentwurf der Fraktion DIE LINKE für ein Wahlrecht für vollbetreute Menschen erklärt Ulrich Wilken, rechtspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

  „Das Wahlrecht ist ein elementares Bürgerrecht. Es ist durch nichts zu rechtfertigen, dass in Hessen vollbetreute Menschen von diesem Recht ausgeschlossen sind. Unser Gesetzentwurf soll dies noch bis zur kommenden Landtagswahl ändern.“

 DIE LINKE. setze sich für ein Wahlrecht für alle ein, so Wilken. Wer dauerhaft hier lebe und somit Recht und Gesetz sowie weiteren Folgen politischer Entscheidungen unterworfen sei, müsse in Konsequenz auch mitentscheiden dürfen. Dazu gehörten auch Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit.

 „Es freut uns, dass die Betroffenenverbände bei der heutigen Anhörung unseren Gesetzentwurf zum Wahlrecht für vollbetreute Menschen begrüßt haben. Völlig unverständlich war die ablehnende Haltung der Verwaltungsvertreter. Dabei haben andere Bundesländer es schon vor gemacht: Hessen muss sich ein Beispiel an Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Bremen nehmen und diese unsägliche Diskriminierung sofort abschaffen.“

 „Das Wahlrecht ist ein elementares Bürgerrecht. Es ist durch nichts zu rechtfertigen, dass in Hessen vollbetreute Menschen von diesem Recht ausgeschlossen sind. Unser Gesetzentwurf soll dies noch bis zur kommenden Landtagswahl ändern.“

 DIE LINKE. setze sich für ein Wahlrecht für alle ein, so Wilken. Wer dauerhaft hier lebe und somit Recht und Gesetz sowie weiteren Folgen politischer Entscheidungen unterworfen sei, müsse in Konsequenz auch mitentscheiden dürfen. Dazu gehörten auch Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit.

 „Es freut uns, dass die Betroffenenverbände bei der heutigen Anhörung unseren Gesetzentwurf zum Wahlrecht für vollbetreute Menschen begrüßt haben. Völlig unverständlich war die ablehnende Haltung der Verwaltungsvertreter. Dabei haben andere Bundesländer es schon vor gemacht: Hessen muss sich ein Beispiel an Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Bremen nehmen und diese unsägliche Diskriminierung sofort abschaffen.“

 


 

Pressemitteilung, 11.04.2018

DIE LINKE: Schott und Zborschil kandidieren im Landkreis Kassel

 

DIE LINKE. im Landkreis Kassel hat am Montag auf ihrer Kreismitgliederversammlung die Direktkandidat*Innen für die Wahlkreise Kassel-Land zur kommenden Landtagswahl am 28.10.2018 aufgestellt.

 

Für den Wahlkreis 01 wurde Tim Zborschil (23) gewählt. Zborschil, Student und Sprecher der Landkreis-Linksjugend, betonte in seiner Vorstellung, dass er der jungen Generation eine Stimme geben wolle. In den Mittelpunkt stellte er den Entwurf einer solidarischen, sich Rassismus und Sexismus entschlossen entgegenstellenden Gesellschaft. Vor allem müsse es endlich Chancengleichheit in der Bildung geben, Lehrmittelfreiheit und selbstbestimmte Bildung dürften nicht länger nur eine leere Worthülse der Landesregierung bleiben – dass der Geldbeutel der Eltern über den Bildungserfolg der Kinder entscheide, sei eines so wohlhabenden Landes wie Deutschland unwürdig.

 

Im Wahlkreis 02 tritt Marjana Schott an. Die bisherige Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Landtag betonte, dass die Frage des bezahlbaren Wohnraums inzwischen nicht mehr nur ein Problem der Städte sei – auch im ländlichen Raum dränge sich dieses immer stärker und wahrnehmbarer auf.

Außerdem bekräftigte sie die aktuellen Tarifforderungen der Mitarbeiter*Innen im Öffentlichen Dienst. Diese müssten endlich angemessen entlohnt werden, um ihre wichtige gesellschaftliche Arbeit zu würdigen.

 

Als Ersatzkandidaten wurden Nico Freundt (20, Wahlkreis 1) und Horst Pilgram (Wahlkreis 2) gewählt.

  

Für den Kreisvorstand                           

DIE LINKE. Kassel-Land

 

Torsten Felstehausen


 

Proteste gegen die Klinikschließung in Bad Schwalbach


 

„Die Klinik muss dringend erhalten bleiben, denn die Gesundheitsversorgung vor Ort ist schon schwierig genug. Wieder einmal zeigt sich, welche Folgen die unsägliche Privatisierung von Kliniken mit sich bringt. Daher fordern wir alle Bürgerinnen und Bürger auf, morgen um 10.30 Uhr auf dem Rathausplatz in Bad Schwalbach gegen die Schließung zu protestieren. Wenn sich Gesundheit wirtschaftlichen Interessen unterwerfen muss, kann und darf das nicht hingenommen werden.“

 

 

 

 

 

Pressemitteilung, 14.12.2017

Bewertung der schwarzgrünen Haushaltsvorschläge für 2018 und 2019: Eine sozial gerechte Politik sieht anders aus

 

Soziales und Integration

DIE LINKE fordert einen Landesaktionsplan gegen Kinderarmut in Höhe von 429 Millionen Euro für 2018 und 636 Millionen Euro für 2019. Um soziale Ungleichheit abzubauen sind mindestens der Ausbau der Frühen Hilfen, die Abschaffung der Elternbeiträge in den Kindertagesstätten, das kostenlose Schülerticket und die echte Lernmittelfreiheit erforderlich. Den Kommunen muss im nächsten Jahr eine um 50 Prozent erhöhte Pauschale für die frühkindliche Bildung zur Verfügung gestellt werden, damit sie mehr Fachkräfte mit einer guten Bezahlung beschäftigen können. Schließlich soll die Erwerbslosigkeit und Armut der Eltern durch einen öffentlichen Beschäftigungssektor mit tariflichen und existenzsicherenden Arbeitsplätzen, die Erwerbslose und Unterbeschäftigte freiwillig antreten können, zurückgedrängt werden. Eine unabhängige Erwerbslosenberatung soll Menschen bei der Durchsetzung ihrer Rechte stärken.

Das Asylrecht ist in den letzten Jahren selbst für Fachleute kompliziert geworden, für geflüchtete Menschen ist es aber existentiell. Deshalb sollen alle Geflüchteten in Hessen einen Zugang zu einer gebührenfreien juristische Beratung bekommen. Außerdem fordern wir verbindliche Mindeststandards für eine menschenwürdige Aufnahme und eine an diesen Standards orientierte Vollfinanzierung der Unterbringung von Flüchtlingen.

Die Einführung eines Gehörlosengeldes analog dem Blindengeld verlangt DIE LINKE genauso wie die Stärkung der Altenpflegeausbildung, gerade im Hinblick auf die Berufeneuordnung. Die Einführung von Krisendiensten wird von Betroffenen wie Medizinern gefordert, deshalb ist der Ausbau der ambulanten Hilfen für psychisch kranke Menschen dringend notwendig.

Die Landesregierung muss zudem endlich ihrer Verpflichtung für am Umsatz orientierte Investitionszuschüsse an die Krankenhäuser nachkommen. Nach Berechnung der Hessischen Krankenhausgesellschaft müssten alleine im Jahr 2018 225 Millionen Euro mehr zur Verfügung gestellt werden.

 

Haushalt und Finanzen

Trotz guter wirtschaftlicher Entwicklung sind das Land Hessen und seine Kommunen nicht in der Lage, die notwendigen Ausgaben für Investitionen in Schulen, Schwimmbädern, Sportstätten und Kommunen bereit zu stellen.

DIE LINKE hat deshalb mit ihren Haushaltsanträgen deutlich gemacht, dass ein gerechtes Steuersystem notwendig ist, bei dem große Erbschaften und riesige Vermögen zur Finanzierung des Gemeinwesens deutlich stärker herangezogen werden.

 

Bildungspolitik

In Zeiten voller Kassen muss mehr in Bildung investiert werden. Ein paar Schönheitskorrekturen sind zu wenig. Vor allem die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte müssen verbessert werden. Neben der pädagogisch dringend notwendigen Etablierung von multiprofessionellen Teams in den Klassenzimmern – also der Schaffung neuer Stellen für Schulpsychologinnen und Schulpsychologen, Förderschulkräften und ein großes Mehr an Schulsozialarbeit – müssen die Grundschullehrkräfte endlich gerecht bezahlt werden. Daher ist eine Besoldungsaufstockung auf A13 unerlässlich. Guter Unterricht hängt nicht nur von guten und gerecht bezahlten Lehrerinnen und Lehrern ab. Wichtig ist auch eine lernfreundliche und gesunde Umgebung. Deshalb muss der Sanierungsstau aufgelöst werden.

Eine hessenweite Zustandsanalyse der Schulgebäude ist ebenso notwendig wie die daran orientierte monetäre Landesunterstützung zur Sanierung der Schul- und Sportstätten. Auch der Ganztagsschulausbau muss endlich ernsthaft angegangen werden. Es kann nicht sein, dass nach über dreißig Jahren Entwicklung im Ganztagsschulbereich noch immer nur knapp ein Prozent aller Grundschulen in Hessen echte, rhythmisiert arbeitende Ganztagsschulen sind. 

 

Innenpolitik

Zum Wahljahr 2018 verteilt Schwarzgrün einige Beruhigungspillen: Um 10 Prozent soll das sonst so knappe Budget plötzlich steigen. Doch statt wahltaktischer Flickschusterei will DIE LINKE ein Landesticket für alle Landesbeschäftigten und vollen Personalausgleich bei Arbeitszeitreduzierung. Die Mehrausgaben für den Geheimdienst von über 30 Prozent sowie Millionen für Abschiebungen lehnen wir ab und wollen stattdessen die Bürgerrechte und Programme gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit stärken.

 

Justiz - Recht am Limit

DIE LINKE fordert die Schaffung von 124 Stellen im nicht-richterlichen Dienst. Denn die Serviceabteilungen und Sekretariate sind von früheren Stellenabbauprogrammen noch immer besonders betroffen. Sozial-, Verwaltungs- und auch die ordentliche Gerichtsbarkeit arbeiten so zum Teil am Limit.

Das führt zu Überlastungen und verlängerten Bearbeitungszeiten. Nicht nur die Richterinnen und Richter sind auf die Arbeit aus den Geschäftsstellen angewiesen, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger müssen Ansprechpartner bei den Gerichten haben, die Zeit und Muße haben, mündlich oder schriftlich zeitnah Auskünfte zu erteilen.

 

Wirtschaft, Energie und Verkehr

Der letzte Haushalt dieser Legislaturperiode zeigt: Wer sich von den Grünen echte Fortschritte bei der Energie- und Verkehrswende erhofft hatte, wird leider enttäuscht. Um die schlimmsten Fehlstellen zu lindern, hat DIE LINKE Änderungsanträge an den Haushalt des Wirtschaftsministeriums gestellt: Als Teil unseres Sofort-Investitionspakets fordern wir, die Landesmittel für den Ausbau der Nahverkehrs-Infrastruktur erheblich aufzustocken, um endlich dringend notwendige neue Strecken z.B. für Eisenbahnen und Stadtbahnen zu planen.

Das Millionengrab Kassel-Calden muss endlich zum Landeplatz herabgestuft und das Geld für sinnvolle Projekte in Nordhessen eingesetzt werden. DIE LINKE hat außerdem beantragt, ab dem nächsten Schuljahr allen Schülerinnen und Schülern das hessenweite Schülerticket kostenlos zur Verfügung zu stellen. Das wäre nicht nur problemlos finanzierbar, sondern würde die bestehenden Ungleichbehandlungen bei unterschiedlich weitem Schulweg beenden.

Gleichzeitig wäre es nach den Freifahrten für Beamte und Landesbeschäftigte ein wichtiger weiterer Schritt zum Nulltarif hin für alle, der mittelfristig unumgänglich ist, wenn wir die Verkehrswende und den Klimaschutz schaffen wollen. Deshalb beantragen wir auch Mittel für Fahrpreissenkungen und für Pilotprojekte für einen kostenlosen ÖPNV.

 

Umwelt- und Klimapolitik

Die Umweltverwaltung in Hessen ist chronisch unterbesetzt. Die Behörden können ihre Aufgaben in Natur- und Umweltschutz, Landes- und Bauplanung nur unzureichend erfüllen. Sie drohen zum Flaschenhals für Zukunftsinvestitionen zu werden. Artensterben und Luftverschmutzung gehen auch mit dem Doppelhaushalt 2018/19 ungebremst weiter.

Von den im Frühjahr angekündigten 140 Millionen Euro für den Klimaschutz sind alleine 102 Millionen für das Jobticket der Landesbeschäftigten vorgesehen. Am Ende bleiben von den groß angekündigten Mitteln nur noch 12 Millionen Euro pro Jahr für die weiteren Klimaschutzprojekte. Das ist dramatisch zu wenig! Wir wollen in Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden (30 Millionen pro Jahr), die Sanierung von Klärwerken (20 Millionen pro Jahr), den ÖPNV, die Energiewende und höhere Umstellungsprämien für die ökologische Landwirtschaft investieren. Unser Ziel ist es, in Hessen einen sozial-ökologischen Umbau mit Energie-, Agrar- und Verkehrswende für einen guten Klimaschutz und mehr soziale Gerechtigkeit anzuschieben.