Pressemitteilung, 08.06.2018

Ausbau von Solaranlagen auf landeseigenen Dächern geht schleichend voran – 350 Jahre bis zur Ausschöpfung des Potentials

Auf Antrag der Fraktion DIE LINKE. hat die Landesregierung Auskunft über die Entwicklung der Solarenergie auf öffentlich genutzten Gebäuden gegeben. Zum Bericht der Landesregierung erklärt Marjana Schott, umwelt- und verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Über 350 Jahre würde es dauern, um das Potential für Photovoltaik auf den landeseigenen Dächern auszunutzen, wenn der Zubau in der Geschwindigkeit, wie in den letzen vier Jahren – unter schwarzgrün – weiter gehen würde. Das ist erschreckend langsam und alles andere, als vorbildlicher Klimaschutz. Wenn man sich ständig der Vorreiterolle für den Klimaschutz rühmt, wie es die hessische Landesregierung macht, ist das ein beschämendes Ergebnis.“

Auf circa 200.000 der insgesamt 600.000 Quadratmeter Dachfläche könnten bis zu 25 Megawattpeak Solarstrom erzeugt werden. Aktuell würden aber nur 8.500 Quadratmeter genutzt, also nur 4,25 Prozent der möglichen Fläche. Überrascht hätte auch, dass die Landesregierung, trotz ihres Klimaplans 2025 für Hessen, weder Nutzungsgrad noch Potentiale für Solarenergie auf öffentlichen Gebäuden der Kreise und Kommunen angeben könne.

Schott: „Warum das Land beim Ausbau der Solarenergie auf eigenen Gebäuden derart auf der Bremse steht, ist völlig unerklärlich. Experten der Landesregierung haben im Umweltausschuss am Donnerstag klargestellt, dass die Nutzung der Dächer von Liegenschaften des Landes sogar wirtschaftlich sinnvoll sei. Solaranlagen würden sich nach 12 bis 20 Jahren amortisieren. Am Geld kann es demnach nicht liegen. Warum das Land dieses Potential weder selbst nutzt, noch ein Interesse daran zeigt, Dritten – wie zum Beispiel Bürgerenergiegenossenschaften – die Nutzung zu ermöglichen, blieb unbeantwortet.

Wenn wir die Chance aufrecht erhalten wollen, den Klimawandel, in erträglichen Grenzen zu halten, muss das Land seiner Vorbildfunktion gerecht werden und nicht nur darüber schwadronieren. Aktuell fällt schwarzgrün sogar hinter die selbst gesteckten, aber unzureichenden Klimaschutzziele zurück. Das ist mehr als alarmierend!“