Pressemitteilung, 14. August 2018

Klimawandel, Hitzewelle und Wassermangel: Mit Vogelsberger Grundwasser in Frankfurt Bäume gießen ist keine Option

 

Zu den Engpässen in der Wasserversorgung im Vogelsberg und im Vordertaunus erklärt Marjana Schott, umwelt- und verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Die Entnahme von Trinkwasser aus unseren Wassernetzen wurde von der hessischen Umweltministerin Priska Hinz deutlich unterschätzt. Dass einige Brunnen nicht mehr im vollen Umfang genutzt werden können, ist ein Alarmsignal und wir dürfen nicht abwarten, bis der Wassernotstand eintritt. Ich vermisse Initiativen der Landesregierung, die die Bevölkerung zu einem sparsamen Umgang mit Wasser aufrufen und es fehlen die Weichenstellungen, die Wasserinfrastruktur für längere und heißere Trockenperioden infolge des Klimawandels umzubauen. Mit Vogelsberger Grundwasser im Rhein-Main Gebiet Bäume zu gießen ist auf alle Fälle keine Option.“

Sommer wie dieser, würden in Zukunft eher die Regel als die Ausnahme sein, so Schott. Städte und Gemeinden müssten ihre Infrastruktur an die Klimaverhältnisse anpassen. Brauchwassernetze, Grünflächen – auch auf Gebäuden – müssten schneller realisiert und Luftschneisen gesichert werden. Hitzenotfallpläne müssten erarbeitet und die landwirtschaftliche Produktion umgestellt werden. Das seien nur einige Beispiele. Trinkwasser aus Grundwasser dürfe zukünftig nicht mehr für Bewässerung, Autowaschen und Toilettenspülung eingesetzt werden. Bei Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel sei die Landesregierung zögerlich, beim Klimaschutz aber ein Bremsklotz.

„Wir fordern Umweltministerin Priska Hinz – die ja auch für das Baurecht zuständig ist – auf, für Neubaugebiete in Hessen zwingend ein Brauchwassernetz vorzuschreiben. Die Trockenheit der letzten Monate hat beispielsweise den Laubbäumen schwer zugesetzt. Jeder Kubikmeter Wasser, der nicht dem Grundwasser unter den Wäldern entzogen wird, kommt den Bäumen zu gute. Perspektivisch müssen alle Kommunen in Hessen Brauchwassernetze auch im Bestand aufbauen.“