Pressemitteilung Europaabgeordnete Cornelia Ernst (DIE LINKE.)

 Nukleare Strahlung kennt keine Grenzen!

 

Am morgigen 26. April 2018 jährt sich das Reaktorunglück von Tschernobyl zum 32. Mal. Dazu erklärt Cornelia Ernst, energiepolitische Sprecherin der Delegation DIE LINKE. im Europaparlament: 

„Die atomaren Katastrophen von Fukushima und Tschernobyl zeigen, dass die Atomkraft eine nicht zu beherrschende Technologie ist. Für viele hunderttausend Menschen hatten und haben diese beiden Nuklearkatastrophen weitreichende gesundheitliche und soziale Folgen bis hin zum Tod oder dem Verlust der Heimat. Die Nutzung der Kernenergie muss Geschichte werden, und zwar weltweit.“

 Cornelia Ernst weiter: „Die beiden Risse-Reaktoren Tihange 2 und Doel 3, die sich in Belgien befinden, aber auch Deutschland und die Niederlande bedrohen, müssen sofort abgeschaltet werden. Auf der jüngsten internationalen Fachtagung, die am 14. April 2018 in Aachen stattfand, forderten alle internationalen Experten für Reaktorsicherheit, die beiden Risse-Reaktoren sofort vom Netz zu nehmen. Denn es sei unerheblich, ob die Risse während des Betriebes entstanden sind, oder schon vor Inbetriebnahme vorhanden waren. Der 20 cm dicke Stahlmantel der Reaktorbehälter muss immensem Druck in allen möglichen Betriebszuständen standhalten, und ob er das mit bis zu 18 cm langen Rissen kann, wird von Seiten der Experten stark bezweifelt.“

 Cornelia Ernst abschließend: „Hier ist auch die europäische Politik gefragt: Wir fordern die Europäische Kommission auf, keine staatlichen Beihilfen mehr für den Bau von Atomkraftwerken zu genehmigen, wie sie dies noch 2014 für Hinkley Point C in Großbritannien getan hat. Und wir fordern die Abschaffung des EURATOM-Vertrags, der die Nutzung, Förderung und Finanzierung der Atomenergie legitimiert. Wir brauchen keine Atomkraft, sondern eine Europäische Gemeinschaft für Erneuerbare Energien!“