Pressemitteilung, 21. März 2017

Hebammen-Notstand: Jede werdende Mutter braucht ihre Hebamme

Zu den Presseberichten zu dem noch unveröffentlichten Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags – siehe u.a. Wiesbadener Kurier von heute ‚Notstand im Kreißsaal‘ – erklärt Marjana Schott, gesundheits- und frauenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Es ist ein Armutszeugnis, wie wenig die Politik dafür tut, dass Kinder gut und gesund auf die Welt kommen können. Nur noch die Hälfte der hessischen Kliniken haben Geburtshilfestationen, der Rest kann sie sich schlicht und ergreifend nicht leisten, da die Zahlungen von Seiten der Kassen zu niedrig und die Prämien von Seiten der Versicherungen zu hoch sind.

Wenn in einer Klinik mehr Kinder als vereinbart auf die Welt kommen, muss die Klinik einen Strafabschlag zahlen. Gleichzeitig geht die Zahl der Hebammen zurück, weil sie von ihrem Einkommen nicht leben können.“

DIE LINKE habe den hessischen Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) mehrfach aufgefordert, hier aktiv zu werden und gemeinsam mit der Geburtshilfe zu Lösungen zu kommen. Aber weder in Hessen noch auf Bundesebene werde gehandelt, so Schott.

„Wir brauchen eine bessere Finanzierung der Geburtshilfe und eine Personalbemessung. Jede werdende Mutter braucht eine Eins-zu-eins-Betreuung während der Geburt - sie braucht ihre Hebamme vor und nach der Geburt zur Beratung und Unterstützung.“