Pressemitteilung,  13. Februar 2017

Giftige Abluft aus der Marburger Schredderanlage: Warum schreitet das Regierungspräsidium Gießen hier nicht ein? 

Seit 1991 tritt aus der Schredderanlage der Marburger Rohstoffverwertung Johannes Völker GmbH (MRV) giftige Abluft aus. Zu dem am 13. Februar 2017 vom Hessischen Rundfunk gesendeten defacto-Beitrag und dem Bericht der hessischen Umweltministerin (Drucks. 19/3458) erklärt Marjana Schott, umwelt- und verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Desinteresse über Jahre und das nachsichtige Vorgehen des Regierungspräsidiums Gießen haben zur Vergiftung von Wiesen und Erdreich seit den 1990er Jahren beigetragen. Die betroffenen Menschen werden bis heute mit dem Problem alleine gelassen.“

Nach Auskunft der Landesregierung seien die Emissionen aus der Rohstoffverwertung unzweifelhaft die Ursache für die Belastung von Grünfutter und Böden mit Dioxinen und dioxinähnlichen Polychlorierten Biphenylen (PCB), so Schott. Da aktuell immer weiter Giftstoffe austreten würden, bestehe unverändert dringender Handlungsbedarf.

Schott: „Es ist völlig unerklärlich, warum es den Behörden seit über 25 Jahren weder gelungen ist, den Betreiber der Schredderanlage zu Nachbesserung zu zwingen, noch das Betreiben der Anlage zu unterbinden.

Im Januar 2017 haben wir Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) aufgefordert, unverzüglich die von Gutachtern und Bürgerinitiative geforderten Emissionsmessungen an der Schredderanlage durchführen zu lassen und die Verbreitung von Stäuben und Giftstoffen endlich zu stoppen. Aber Regierungspräsidium und Umweltministerium warten stattdessen weitere juristische Schritte der Marburger Rohstoffverwertung Johannes Völker (RMV) ab. Das ist unverantwortlich.“

Hinweis:

Siehe defacto-Beitrag vom 13.2.2017   >  Giftige Luft aus Schredderanlage - Warum Behörden die Umweltverschmutzung seit Jahren nicht stoppen.