Pressemitteilung, 12. Januar 2017

Marburger Rohstoffverwertung: Seit 25 Jahren sind die Behörden nicht in der Lage gefährliche Dioxinemissionen zu stoppen

Seit 1991 tritt aus der Schredderanlage der Marburger Rohstoffverwertung Johannes Völker GmbH (MRV) giftige Abluft aus. Dazu und zu dem Bericht der Umweltministerin (Drucks. 19/3458) erklärt Marjana Schott, umwelt- und verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Seit den 1990er Jahren ist es weder gelungen, den Betreiber der Schredderanlage zu Nachbesserung zu zwingen, noch das Betreiben der Anlage zu unterbinden. Das ist Versagen der jeweiligen Hessischen Landesregierungen zum Schaden der Anwohner und Umwelt. Da aktuell immer weiter Giftstoffe austreten, besteht unverändert dringender Handlungsbedarf.“

Nach Auskunft der Landesregierung seien Emissionen aus der Rohstoffverwertung unzweifelhaft die Ursache für die Belastung von Grünfutter und Böden mit Dioxinen und dioxinähnlichen Polychlorierten Biphenylen (PCB), so Schott. Auch die Belastung von angrenzenden Nutzgärten könne die Landesregierung nicht ausschließen. Dennoch habe sich das Regierungspräsidium Gießen auf ein langwieriges und inzwischen gescheitertes Mediationsverfahren eingelassen.

Schott: „Wie ist es möglich, dass gegen Auflagen - wie der, dass keine ungefilterte Abluft aus der Schredderanlage austreten darf - 25 Jahre lang verstoßen wird, ohne dass diese Anlage nachgebessert werden muss oder geschlossen wird? Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) muss unverzüglich die von Gutachtern und Bürgerinitiative geforderten Emissionsmessungen an der Schredderanlage durchführen lassen und die Verbreitung von Stäuben und Giftstoffen endlich stoppen.“

Weitere Informationen:

Schriftlicher Bericht der Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zum Berichtsantrag betreffend Marburger Rohstoffverwergung Johannes Völker GmbH: Austritt wahrscheinlich ungereinigter und gesundheistgefährlicher Emissionen

Nachfragen zu dem Bericht der Umweltministerin vom 3.11.2016