Pressemitteilung, 7. September 2017

Werben für eine Elementarschadenversicherung - Umweltministerin Priska Hinz nebenbei für die Versicherungswirtschaft tätig

Derzeit erhalten Bürgerinnen und Bürgern in Hessen Briefe von Versicherungsunternehmen, in denen davor gewarnt wird, dass angesichts häufig auftretender Überflutungen in weiten Teilen Hessens teure Schäden auftreten. Dem Brief beigelegt ist ein Faltblatt des Umweltministeriums, in dem der Abschluss einer Elementarschadenversicherung empfohlen wird. Dazu erklärt Marjana Schott, verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Der Klimawandel hat dramatische Folgen, weshalb wir auch dringend in der Umwelt-, Verkehrs- und  Wirtschaftpolitik umsteuern müssen. Statt sich als Werbeträgerin der Versicherungswirtschaft zu betätigen, wäre Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) jedoch besser beraten, auf ihren Koalitionspartner CDU einzuwirken.

Denn es sind vor allem CDU/CSU im Bund und die CDU in Hessen, die auf der Bremse stehen, wenn es um den schnellen Kohleausstieg, die Verkehrswende oder darum geht, die betrügerische Autoindustrie in die Verantwortung zu nehmen. Stattdessen wirbt Priska Hinz für den Abschluss von Elementarschadenversicherungen, was Versicherungen dankbar aufgreifen und ihren Werbebriefen nun beilegen.“

Die Hauptaufgabe der politisch Verantwortlichen bestehe aber nicht darin, den Schadensfall zu regulieren, sondern dafür zu sorgen, dass er möglichst gar nicht erst eintrete, so Schott.

„Hätte die Umweltministerin ein FDP-Parteibuch, würde sich niemand wundern, dass beim Thema Klimawandel und dessen Folgen die Werbetrommel für die Versicherungswirtschaft gerührt wird. Bei einer Grünen-Politikerin, die sich so betätigt, weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll.“

Hinweis:
Faltblatt des Umweltministeriums, das Werbebriefen von Versicherungsunternehmen mit dem Betreff ‚Wir unterstützen die Initiative der Landesregierung Hessen‘ beiliegt