Pressemitteilung, 31. August 2017

Landwirtschaft in Hessen: Landesregierung hat noch viele offene Baustellen

Zur Lobhudelei der Fraktion der Grünen zu ihrer eigenen Agrarpolitik erklärt Marjana Schott, umwelt- und verbraucherpolitische  Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Die Grünen loben sich selbst für ihre Landwirtschaftspolitik, dabei gibt es noch viele offene Baustellen. Der Ökolandbau in Hessen konzentriert sich vor allem auf die Grünlandregionen und nicht auf den intensiven Ackerbau. Für die Senkung der Nitratbelastung, den Klimaschutz und die Rettung der Biodiversität müssen wir erreichen, dass in Ackerbauregionen verstärkt auf eine ökologische Landwirtschaft umgestellt wird.“

Der Hebel dazu sei die Umstellungsprämie, so Schott. Da läge Hessen im Ländervergleich leider nicht vorne sondern nur im Mittelfeld. Nicht für alle Probleme sei die ökologische Landwirtschaft eine Lösung.

„Der steigende Flächenverbrauch im Rhein-Main-Gebiet ist die andere Seite der Medaille von Landflucht und Verarmung der Dörfer. Wenn die Entwicklung so weiter geht, werden wir in wenigen Generationen in Südhessen keine Ackerböden mehr haben. Hier arbeiten die hessischen Ministerien gegeneinander. Kultus- und Sozialministerium bauen soziale Infrastruktur in ländlichen Räumen bei geringer Nutzung einfach ab. Schulen mit wenigen Kindern oder Krankenhäuser in ländlichen Gegenden werden einfach geschlossen, während das Umweltministerium um die Entwicklung von guter Infrastruktur auf dem Land bemüht ist. Eine bessere Abstimmung zwischen den hessischen Ministerien wäre bereits ein Fortschritt.

Die Grünen stellen im Bundesgebiet die Mehrheit der Landwirtschaftsministerinnen. Dass es ihnen bis dato noch nicht gelungen ist, die Bundesregierung auf ein klares Votum gegen eine Wiederzulassung des Biodiversitätsvernichtungsmittels Glyphosat festzulegen – und das, trotzdem sie die Bundesumweltministerin auf ihrer Seite hätten – ist ein Armutszeugnis.“

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